Utta Reich-Schottky

Hans Schottky

Stillen und Wirtschaft

Stillen und die Welthandelsorganisation (WTO World Trade Organisation) liegen gar nicht so weit auseinander.
Wie alles was wir tun (oder lassen) ist auch das Stillen eingebettet in gesellschaftliche und wirtschaftliche Strukturen, wird von ihnen beeinflusst und wirkt auf sie zurück.

Das International Breastfeeding Journal hat 2015 eine Artikelserie zu Economic aspects of breastfeeding herausgebracht.
Der Artikel von Julie Smith: Markets, breastfeeding and trade in mothers’ milk führt in das Thema ein und benennt wesentliche Aspekte.

Nachhaltigkeit

Kosten

Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten

2016 betrug der Jahresumsatz für Muttermilchersatzprodukte 53,5 Milliarden USD, bis 2021 soll er auf über 72 Milliarden USD steigen. Schätzungsweise 10-15% des Umsatzes gehen in die Vermarktung – mehr als das jährliche Budget der WHO von 4,4 Milliarden USD

  • Wirksame Stillförderung dämmt die Verkäufe von künstlicher Säuglingsnahrung ein. Entsprechende Maßnahmen werden als „Handelsbarrieren“ angegriffen, u.a. in einer diesjährigen offiziellen US-Verlautbarung.
  • Wir melken. Wie Säuglingsnahrungshersteller Profit vor Wissenschaft stellen.
    Die Stiftung ChangingMarkets (Stiftung für die Veränderung der Märkte) hat einen Bericht über die globale Vermarktung von Säuglingsnahrung herausgebracht.
    Die grundsätzliche Zusammensetzung von Formulanahrung beruht auf gesetzlichen Vorschriften oder denen des Codex Alimentarius, aber die Qualitätskontrolle wird weitgehend der Industrie überlassen. Dabei sind nicht gestillte Säuglinge unter 6 Monaten für ihren gesamten Ernährungsbedarf ausschließlich auf diese Nahrung angewiesen.
    Die Hersteller werfen ständig neue Säuglingsnahrungsprodukte auf den Markt. Oft wird behauptet, die neuen Produkte entsprächen „neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen“. Allerdings ähneln sich die Produkte verschiedener Hersteller innerhalb eines Landes oft stärker als die Produkte eines einzelnen Herstellers in verschiedenen Ländern. Es gibt deutliche Belege dafür, dass dahinter primär Marktforschung steckt und keineswegs wissenschaftliche oder gesundheitliche Überlegungen.

Aktualisiert November 2017. Copyright Dr. Hans Schottky. Kontakt siehe Impressum

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